Sonntag, 26. April 2009

MYPaella.de

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Es hat schon fast Tradition, dass ich seit vielen Jahren für gute Freunde eine Paella koche. Es ist immer etwas ganz besonderes, wenn eine Paella auf den Tisch kommt, und meist applaudieren die Gäste sogar wenn aufgetragen wird. Dabei ist die klassische Paella genau genommen eine Resteverwertung des Wochenspeiseplans - denn nur so erklärt sich das Zusammenspiel aus Reis, gekochtem Gemüse und verschiedenen Fleischstücken. Traditionell stammt sie aus der Region Valencia. Doch das Gericht ist auf der gesamten iberischen Halbinsel sehr populär und existiert in vielen verschiedenen Variationen: Paella de Marisco, Paella de Verdura und die Paella Mixta. Böse Zungen behaupten, dass letztere eine typische Touristen-Paella sei.

Mittlerweile habe ich bestimmt schon 40 Paellas gekocht . Mit immer neuen Inspirationen und Fachgesprächen mit spanischen Hausfrauen, experimentierfreudigen Freunden und professionellen Köchen habe ich schließlich eine eigene, sehr schmackhafte und einfache Art herausgefunden, wie man zuverlässig eine gute Paella zubereiten kann.

Ich möchte an
dieser Stelle nicht verhehlen, dass es auch einige Misserfolge zu beklagen gab, denn verkochtes Fleisch, angebrannter Reis oder lange Herdreinigungsprozeduren blieben auch mir leider nicht erspart. Lange Rede - kurzer Sinn:
Gerne teile ich auf www.MYPaella.de meine Erfahrungen mit euch.

¡Buen provecho con la paella!

Zunächst steht einmal ein Einkauf an. Ich berechne dieses Rezept für 8 Personen, denn wenn man sich schon einmal soviel Arbeit macht, dann sollte es auch vielen Menschen in Erinnerung bleiben. Also dann mal ran:

Die Einkaufsliste:











3 rote Paprika
1 Schale Champignons
5 Tomaten
2 mittelgroße Zwiebeln
10 frische Bohnen
1 kleine Dose Erbsen oder auch
TK
1/2 Bund Petersilie
6 Knoblauchzehen
3 Zitronen
24 Langostinos (alt. auch gerne Kaisergranaten)
4 Sepiat
uben frisch oder TK
1 kg Miesmusch
eln
400 gr Hähnchenfleisch (Brust oder Keulen)
800 gr Reis (arroz bomba - wenn es den nicht gibt, tut es zur Not auch ein Risotto-Reis)
Ölivenöl

1/2 Teelöffel Safran
Salz und e
twas Pfeffer

Ah natürlich, was man sonst noch braucht: eine Paella-Pfanne, denn in einer Stilpfanne sieht es einfach nicht schön aus. Es sollte eigentlich kein Problem darstellen, eine Paella-Pfanne aus dem Handel oder im Internet zu beziehen - so ein bisschen gebogenes Blech kostet ja auch nicht die Welt. Für meine 8-Personen Paella benutze ich übrigens eine Pfanne von 41 cm Durchmesser.

Die Vorbereitung (kalte Phase):

Die Paprika mit dem Sparschäler abschälen, entkernen und in Längsstreifen schneiden.
Die Ch
ampignons putzen und in Scheiben schneiden.
Die Bohnen säubern und in Stückchen schneiden.
Die Petersilie wasch
en und die Knoblauchzehen und Zwiebeln schälen.
Die Tomaten von den Strunken
befreien und enthäuten.
Die Zwiebeln
in kleine Würfel schneiden und gemeinsam mit den Tomaten in einem hohen Becher mit dem Pürierstab mußen. (Tomaten/Zwiebel-Püree)
Das Hähnchenfleisch säubern - die Hähnchenbrust in mundgerechte Stücke zerteilen. (Sollten Sie Keulen bevorzug
en, so werden diese an den Gelenken halbiert).
Die Sepiatuben ebenfalls reinigen und in Ringe schneiden.
Die Muscheln bürsten, waschen und von Bartbüscheln befreien.
Muscheln die nicht geschlossen sind gehören in die Tonne!


Die Vorbereitung (warme Phase):

Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Die Muscheln ins heiße Wasser geben und kurz kochen. Die Muscheln mit der Schöpfkelle aus dem Topf holen und nochmals sortieren: Die geschlossenen Muscheln kommen in den Abfall. Ganz wichtig: Das Wasser in dem die Muscheln gekocht wurden nicht wegschütten - wir brauchen es später noch! Die Muscheln ganz öffnen und nur die Hälfte mit dem Muschelfleisch in einer Schüssel aufbewahren.


Jetzt kommt die Paella-Pfanne zum Einsatz - Die einzelnen Zutaten werden hier jeweils nacheinander kurz in Olivenöl mit einer Knoblauchzehe angebraten. Die Knoblauchzehen kann man später je nach Gusto wieder entfernen. Also los geht's:
Paprika und Bohnen in die Pfanne geben und mit dem Kochlöffel in Bewegung h
alten. Nach ca. 4 Minuten kommen die Pilze hinzu wenig später die Erbsen. Mit Salz und Pfeffer würzen Das Gemüse soll nicht gegart sondern nur kurz angebraten werden. Das Gemüse bitte in einer Schale aufbewahren.


Es folgt das Hähnchenfleisch. Nur kurz in Ölivenöl mit Knoblauchzehe anbraten, würzen, dann in eine Schale.







Die nächste Fraktion sind die Tintenfischringe und die Langostinos: kurz in Olivenöl mit Knoblauchzehe anbraten und dann auf einen Teller. Im Anschluß die Paellapfanne reinigen.







An diesem
Punkt angelangt? Pause! Hier kann man die Essenszubereitung gut unterbrechen und vielleicht sogar schon mal die Küche etwas vorreinigen, denn erst 25 Minuten bevor die Gäste kommen, geht es weiter...












Die Zubereitung
(heiße Pase):

Das Muschelwasser wieder aufkochen. Den Reis auswiegen, dann in einen Messbecher mit Henkel geben und den Füllstand mit einem Eddingstift markieren.
Also dann geht es los: X-20 Minuten:


In der Pfanne wenig Olivennöl mit einer Knoblauchzehe erhitzen. Der Reis kommt in die Pfanne und wird unter ständigem Rühren ganz leicht ange braten. Dann gibt man das Tomaten-Zwiebel-Püree und das Safran hinzu und rührt standig weiter.







Als nächstes kommt das Gemüse hinzu, dann das Hähnchen und zum Schluss die Calamares. Das Rühren nicht vergessen.








Jetzt kom mt der markierte Messbecher zum Einsatz: Dreimal heißes Muschelwasser bis zur Markier ung hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann mit dem Rührlöffel den Inhalt der Paella-Pfanne möglichst gleichmäßig verteilen und die Temperatur so einstellen, dass alles gerade noch so weiterkocht. Bitte auch immer die Uhr im Auge behalten.




Für die Dekoration wird die Petersilie gewaschen und klein gehackt. Drei Knoblauchzehen sehr klein schnei
den und die Zitronen in lange Achtel oder Scheiben schneiden.

Dabei bitte die Paella bitte niemals aus den Augen lassen. Wenn es geht nicht mehr in der Paella herumrühren. Nur gelegentlich den Flüssigkeitsstand kontrollieren, indem man mit einem Löffel durch den Reis bis zum Boden sticht und sieht ob noch Wasser vorhanden ist. Ist die Zeit abgelaufen, sollte das Wasser verkocht sein. Dann den Ofen ausstellen.



Die Muscheln werden ringförmig am Rand der Paella dekoriert. Danach werden die Langostinos möglichst schön auf gebaut. Dann werden Petersilie und Knoblauch gleichmäßig über die Paella verteilt und schließlich die Zitronenscheiben schön dekoriert.





Die Paella ist fertig. Deckel, wenn vorhanden, drauf - ansonsten tut es auch auch Aluminiumpapier. Dann die Paella mit Handtüchern und vielleicht sogar einer Decke abdecken - nur so bleibt sie schön warm und kann gut ziehen (30 min sind kein Problem). Ich habe sie manchmal auch schon im Bett unter einer Daunendecke positioniert. Und nun ist Zeit für die Gäste und für einen kleinen Aperitif.


Dann ist Genießerzeit - guten Appetit!











Impressum:

Dr. Matthias Schilhab
Am Volksbad 16
D-66578 SchiffweilerBlockzitat


www.schilhab.de
www.conceptv.eu
www.ortsdurchfahrten.de

Emails: paella (at) mypaella.de

Ach übrigens...

Ich danke Rita Huber vom Petit Chateau (www.petit-chateau.de),
dass Sie mitihrem kritischen Auge das Rezept geprüft hat
und noch einige wichtige Anregungen gemacht hat.

vielen Dank noch an Nestor Marcolin, der mir eröffnet hat,
wie einfach es ist, einen Blog zu schreiben.

Kommentare:

  1. Da laeuft mir gerade das Wasser im Munde zusammen... Einfach toll!!

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  2. Realmente se me abre el apetito ... Ya estoy acostumbrado a las deliciosas paellas de la mujer de un amigo, que por cierto no es española sino persa, pero después de ver lo bien que tú lo explicas casi estoy por lanzarme a hacerla este fin de semana.

    JP

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